jeversches-wochenblatt.de & harlinger.de präsentieren:
geschrieben von Thomas Breves
18 Mär 2019

WHV schlägt Aufstiegskandidaten

Es ist nur wenige Wochen her, als die Fans des Wilhelmshavener HV ihr Team auspfiffen, über Spieler und Trainer schimpften, dem Coach sogar sämtliche Bindung zur Mannschaft absprachen. Als WHV-Trainer Christian Köhrmann am Samstag nach dem Spiel gegen den Tabellenzweiten HSC 2000 Coburg das Podium auf der Pressekonferenz erklomm, da empfing ihn lang anhaltender, kräftiger Applaus im Club 100 Raum neben der Nordfrost-Arena. Köhrmann blickte ernst ins Publikum, doch es war ihm anzumerken, dass ihm der Zuspruch gut tat. Mit dem bekannten „Hallo erstmal“, begann er seine Analyse zum überragenden 29:27-Heimsieg seiner Mannschaft, der das Publikum in der Halle euphorisiert zurückließ. Köhrmann sprach sachlich von unterschiedlichen Phasen in der Partie, lobte den Gegner für seine Klasse und attestierte seinem Team einen unglaublichen Kampf, den es in der zweiten Spielhälfte aufgenommen hat. „Die Mannschaft hat immer an sich geglaubt“, erklärte er und das war auch dem letzten in der Nordfrost-Arena aufgefallen.

 

Denn nach einem ganz starken Einstieg in die Partie, bei dem die Jadestädter schnell auf 6:1 vorlegten, zog Gästetrainer Jan Gorr schnell die Grüne Karte und mit der Auszeit die Notbremse. Der Coburger Coach tauschte seinen Rückraum, brachte mit Anton Prakapenia und Florian Billek zwei neue Leute für die schwachen Pontus Zetterman und Tobias Varvne. Seine schnelle Entscheidung brachte den nötigen Schub. Vor allem Prakapenia brachte die WHV-Defensive immer wieder in schwere Not. Er traf fast nach Belieben mit präzisen Würfen und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass der HSC nicht nur wieder herankam, sondern auch mit einer 13:10-Führung in die Pause ging.

 

Doch im Gegensatz zu vielen anderen Spielen zuvor, ließen die WHV-Handballer nicht die Köpfe hängen, sondern hingen sich rein. Dabei sprühte vor allem Neuzugang Bartocz Konitz vor guten Ideen und setzte seine Mitspieler clever ein. Die Aufholjagd begann und  verlief nicht überhastet, sondern stets durchdacht. „Wir haben uns step-by-step rangekämpft und konnten in der Schlussphase noch einen draufsetzen“, erklärte Köhrmann aufgeräumt. Weit weniger ruhig blieben jedoch die Fans auf den Rängen, die plötzlich die Sensation witterten und mit jeder gelungenen Aktion, mit jedem weiteren Treffer immer lauter wurden und ihre Mannschaft nach vorne peitschten. 

 

Als erst René Drechsler den 26:26-Ausgleich erzielte, dann Dennis Doden im Tor einen Wurf von Patrick Weber entschärfte und schließlich erneut Drechsler und Tobias Schwolow zum 27:26 trafen, kochte die Halle. Zwar brachte Max Jäger die Coburger eine Minute vor Schluss noch einmal heran, doch Evgeny Vorontsov brachte mit einem sachlichen Wurf ohne Schnörkel den Sieg ins Ziel. Kritik an Trainer und Mannschaft sind nach drei siegreichen Spielen in Folge verstummt. Anscheinend hat der Coach die Bindung zur Mannschaft nicht verloren. Der WHV ist wieder da.

Tags: 2. Handball Bundesliga, Christian Köhrmann, Wilhelmshaven, Wilhelmshavener HVZurück zur Übersicht
Kommentar schreiben
Name:
E-Mail:
Mitteilung:
Tage Std Min Sek

Video


Anzeige

Tabelle


15 TSV Bayer Dormagen 18:32
16 TV Großwallstadt 17:33
17 VfL Eintracht Hagen 17:33
18 HC Elbflorenz Dresden 16:34
19 Wilhelmshavener HV 16:34
20 HC Rhein Vikings 5:45

ASV Hamm-Westfalen